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good morning stranger.

 1. Dezember, 2008


liebe Annette, liebstes brombeerchen (?)

vielleicht einmal zur erklärung:
ich habe mich dazu entschlossen für die nächsten tage, eine art adventskalender zu machen, den du dann erst später bekommen wirst, aber naja. also irgendwie wohl dich eher weihnachtsgeschenk, wie auch immer.

ich will nicht, dass die welt stillt steht zwischen uns. ich  will immernoch nicht "tschüss" sagen.

gerade habe ich einen ohrwurm:



The Roots - The Seed



...dudelt in meinem kopf herum.

ich schicke dir also für den ersten dezember ein bisschen musik zur einstimmung. vielleicht gefällt sie dir ja sogar.

ich liebe dich noch immer,

dein brombeerchen

1.12.08 21:47, kommentieren



i would name her rock'n'roll

2. Dezember, 2008


 

 

 

Liebe Annette,

ich bekomme dein Lachen nicht aus dem Kopf und es ist in der Tat so, dass ich dich in der Schule vermisse, wenn du nicht da bist. Es ist ein ungewohntes Gefühl dich wieder so zu vermissen. So akut, so, als wäre alles wie früher.

So ist dieses vermissen jetzt. Nicht dieses unterschwellige, quälende vermissen, dass da ist, seitdem ich in das Flugzeug nach Neuseeland gestiegen bin. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. In Neuseeland waren wir so stark, ich hätte Bäume ausreißen können. Es war, als würde dein Herz in meiner Brust schlagen, als würde dein Blut in meinen Adern fließen. Es war, als würdest du für mich atmen, als würdest du meine Tränen trocknen. Ich war nicht allein in Neuseeland, ich war es erst, als ich wieder zurück war. Damals war ich schokiert, auf der einen Seite... Aber irgendwie hatte ich auch etwas, was mich unverwundbar gemacht hat. Es war wie eine zweite Haut, eine Blase um mich, die nicht zerplatzen kann. Alles war anders, jede Wahrnehmung, einfach alles.

Menschen zerstören solche Blasen. Auch die meine ist geplatz, vielleicht 1 1/2 Monate, nach meiner Rückkehr.

Es ist so ein Moment in dem du mit so viel da stehst, so viel, was dir nichts wert erscheint im Vergleich zu dem, was du sonst immer als selbstverständlich angesehen hast, was sonst immer da war.

Vielleicht warst du auch selbstverständlich. Vielleicht war es ein selbstverständliches Sicherheitsgefühl, was ich mit dir verbunden habe. Eine Zärtlichkeit, die niemand sonst mir entgegen bringen konnte. Ich habe mich immer gefragt, wie du es geschafft hast mich zu beschützen, obwohl ich mich in meiner Rolle immer als Beschützerin gesehen habe. Als die Große... Wahrscheinlich bin ich das nie gewesen.

Lisa

2.12.08 20:58, kommentieren

i wanna give you my love

3 Dezember, 2008

Liebe Annette,

es ist Mittwoch, wir hatten vorhin Kolping. Ich bin so vor einer Stunde und 6 Minuten nach hause gekommen. Ich wollte mir einen Tee machen und mich im Bett verkriechen und bin mit meinem Papa in der Küche hängen geblieben. Wir haben Deep Purple - Sweet Child in Time gehört. Genialer Song, viel Gebrüll. Ich hör meinem Papa gerne zu, wenn er so von seiner Jugend erzählt.

Soll ich dir was sagen? Manchmal denke ich, dass Peter meinem Papa ähnelt, auf eine gewisse Art. Manchmal denke ich, dass das Unsinn ist, weil meine Papa mutig ist. Ja, das ist er wirklich. Und manchmal wünschte ich, ich wäre auch so mutig.


Ach Annette, in der Kolping Küche stehen, Plätzchen backen, egal ob Penis, Spiderschwein, oder was weiß ich. Ich genieße jeden schönen Moment mit dir.

Wirklich!

 

 

3.12.08 22:15, kommentieren

you don't form in the wet sand, you don't form at all...

4 Dezember, 2008

Liebstes Brombeerchen,

ich surfe seit Stunden im Internet und suche Informationen zum Freiwilligen, Sozialen Jahr und so weiter und sofort im Internet und habe vorhin etwas gefunden, was mich irgendwie begeistert. 

Ich liebe Südafrika und es zieht mich immer und immer wieder dorthin. Es ist einer Erinnerung, die mein Leben irgendwie verändert hat. Der erste Schritt in die große, weite Welt, von der ich noch so viel sehen will.

Es ist so ein Projekt in Südafrika, von 2 - 12 Wochen, je nachdem was man tut, mit verschiedenen Aufgabenbereichen. Man kann mit Menschen, aber eben auch mit Tieren in verschiedenen Parks und Reservaten oder Schule arbeiten. Und irgendwie bin ich so ins Träumen gekommen... Was hast du vor? Dich zieht es doch sicher nach Australien. Ich kann das so gut verstehen... Ich will unbedingt mehr von diesem Land kennen lernen! Es hat mich erst richtig zu begeistern begonnen, als ich in Sydney stand und die Papageien am Himmel habe fliegen sehen... Ich hätte mir dort niemanden mehr am meine Seite gewünscht, als dich.

Und jetzt? Was will ich machen - Ich habe keine Ahnung, Löwen, Pinguine, Pferde, Menschen, irgendwo Spanisch lernen, oder einfach weg, endlose weiten, eine neues Land...

Ich hab keine Ahnung...

Du solltest mir von deinen Träumen erzählen. Mich interessiert, wie viel sich da geändert hat.

http://www.aviva-sa.com/sanccob-penguin-conservation-project-cape-town.php

 

 

 

4.12.08 18:56, kommentieren

you can't play on broken strings.

5. Dezember, 2008

mein tag heute war grässlich.

ich bin nach hause gekommen, habe für felix und mich etwas zum essen gemacht und bin dann vor dem fernseher eingeschlafen. mein nachhilfekind ist gekommen. ich hab die herleitung der aufgaben nicht kapiert. dann saß ich ne ganze weile vor dem pc und habe in dummen erinnerungen geschwelgt. es war dumm, naiv und verletzend. ich will das nicht mehr! ich will, dass das aufhört.

meine mama kam nach hause. total gestresst. und ich hab ihr von einer idee erzählt. 2 monate nach südafrika und dort arbeiten. mit pinguinen. ich fand die idee nicht schlecht, zumal die sache eben auf 2 monate begrenzt ist. ich hab daran gedacht, dass sich das sogar noch mit sport vereinbaren ließe... doch alles was sie sagte war, dass es mal wieder nicht leistungssport-orientiert wäre. und, dass ich mich entscheiden müsste und so weiter. danach musste sie dann wirklich eine stunde mit mir reden. und ich wollte nicht.

ich will nicht drüber reden. ich will nicht drüber reden, was nach dem abi ist. ich will nicht über sport reden. ich kann mit ihr nicht über sport reden und meine ziele, weil ich mir winzig vorkomme, lächerlich, wenn ich etwas darüber sage. zu ihr. ich will nicht über peter reden. ich will nicht über meine vergangenheit, oder meine zukunft reden. ich will auch nicht über das hier und jetzt reden. ich will meine ruhe, ein paar schöne momente, die bedeutungslos erscheinen und doch so viel inne haben. ich will existieren, sein, irgendetwas sein. ich will glücklich sein.
ich will so viel.

und alles was ich habe und was ich sehe ist das triste grau des winters, ich spüre meine eigene lustlosigkeit und dass es mir eigentlich scheiße geht, seit einer ganzen weile schon... ich merke solche dinge nicht. ich nehme sie nicht ernst, weil sie nicht ernst genommen werden.

das lied ist zwar ungemein schnulzig, aber der text trifft, was sich in mir abspielt...

 

 

je t'aime.

 

 

5.12.08 21:59, kommentieren

LUFTBAHN.

6. Dezember, 2008

 

wenn ich mir etwas von dir wünschen darf:

komm mal mit und sieh mich fliegen,
guck dir mal meinen weitsprung an.

6.12.08 14:33, kommentieren

gap.__________ gap.

7. Dezember, 2008

deichkind war ein hammer. 1000 mal besser, als ich es mir vorgestellt hatte. ich hatte nicht viel erwartet. ich kenn ja nicht viel. es war super. tanzen, tanzen, tanzen. keine tiefgründigkeit, keine perfektion, einfach nur geilheit, aufgekratzt sein und tanzen. 

und heute war so ein tag, wie ich ihn garnicht mag. stundenlang herumsitzen, künstlich nett sein, umsonst essen und trinken, dumme anmachen ertragen. die einzige rettung. stadt, land, fluss.

gleich weihnachtsessen. ich hasse diese stunden.
weihnachten bedeutet genervt sein, oder die pure melancholie.
ich fühle mich rückfällig.

7.12.08 18:30, kommentieren

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